Betreff: Ergänzende Stellungnahme zu den vorgestellten Varianten „Ortsumgehung Niederbrechen“, Radwegesituation
und Hochwasserschutz in der Gemeinde Brechen
Im Rahmen einer gemeinsamen Begehung der Fraktionen SPD-Brechen und GRÜNE/FDP Brechen wurden die Themen Ortsumgehung Niederbrechen und die Vorschläge der SPD-Fraktion, Brechen, zum Thema Hochwasserschutz (siehe Antrag der SPD-Fraktion vom 14.07.2026) erörtert.
Ortsumgehung Niederbrechen
Hinsichtlich der, den letzten Ausschuss- und Gemeindevertretersitzungen vorgestellten Varianten für eine Ortsumgehung Niederbrechen, stimmen die Vertreter der vorgenannten Fraktionen überein, dass keine der vorgestellten Varianten überzeugend ist und die Problematik des Zubringerverkehrs, von Runkel und Villmar kommend, nicht hinreichend berücksichtigt wird.
Im Gegenteil, bei allen Varianten würde sich der Zubringerverkehr, der sich jetzt, je nach Ziel der Fahrzeuge bei der Einmündung auf die B8 in Ortslage, nach rechts und links verteilt, im Ort in eine Richtung bündeln und erst bei Erreichen der Umgehungsstraße, aufteilen.
Deshalb sind die vorgenannten Fraktionen der Auffassung, dass, wenn denn eine Umgehungsstraße gebaut werden soll, mit dem Umgehungsbauwerk eine „Verschlimmbesserung“ erreicht werden würde. Sie empfehlen deshalb, um den innerörtlichen Verteilverkehr (in Richtung Limburg, in Richtung Frankfurt), bei der Umgehungsvariante „Kreisverkehr – Bahnhofstraße“, zu entlasten, eine zusätzliche „Zuführung zur Umgehungsstraße“, westlich der ED-Tankstelle, durch die Wiesen, die Bahngleise unterfahrend, zu planen und zu errichten.
Um trotzdem eine Verkehrsberuhigung zu erreichen wäre infolgedessen, eine nach Westen ausgerichtete Einbahnstraßenregelung (ab ED-Tankstelle) möglich. Der aus Richtung Limburg kommende Verkehr müsste dann, durch einen Richtungspfeil („nur geradeaus fahren“) und ein Verbotszeichen des Querens des Bahnübergangs (außer für Radfahrer) in Richtung Ortsmitte Niederbrechen, ausgeschlossen werden.
Alternativ wäre es denkbar, dass der Verkehr aus der Runkeler- und Villmarer-Straße, in westlicher Richtung, durch eine Erhaltung des Bahnübergangs geleitet würde. Um bei dieser Variante Rückstaus auf dem Bahnübergang zu vermeiden, müsste eine schleifengesteuerte Ampelregelung eingerichtet werden. Da das Linksabbiegen, von Limburg kommend nicht umsetzbar sein würde, ist der Verkehr zur Villmarer Straße bis zur neuen Kreisverkehrsanlage im Bereich Eichhorn / Drinks zu führen und von dort auf einer Rechtsabbiegerspur zum und über den Bahnübergang zu führen.
Mit dieser Variante würde es, zu den möglichen Entlastungen einer Umgehungsstrecke, zu keinen neuen Belastungen, durch umgeleitete Verkehrsströme, kommen.
Generell waren sich die Anwesenden einig, dass, auf Grundlage der Vorschläge von Hessen Mobil, sich die Frage stellt, ob das Projekt in Gänze sinnvoll ist. Eine Vergeudung von Steuergeldern für eine solche Lösung ist zu vermuten.
Radwegesituation aktuell
Hinsichtlich der Radwegeführungen, von Niederbrechen kommend, nach Limburg und von Werschau kommend, nach Limburg, sehen die Vertreter/-innen der genannten Fraktionen einen dringenden Handlungsbedarf.
Ortsausgang Niederbrechen bis Zufahrt Kieswerk Kremer
Die bisherige Kennzeichnung, dass der Bürgersteig zwischen Niederbrechen-Ortsausgang und Zufahrt Kieswerk Kremer, ausschließlich für Fußgänger vorgesehen ist, ist nicht ausreichend.
Die Hinweise, dass die Radfahrer die B8 nutzen müssen, sind deutlicher anzuzeigen. Auch sind die Autofahrer deutlich zu warnen, dass die B8 an dieser Stelle auch als Radweg genutzt wird und dementsprechend Radfahrer kreuzen. Die vorhandene Geschwindigkeitsbegrenzung sollte auf 50 km/h reduziert werden.
Radwegeführung zwischen „Fahrrad Gläser“ und Bahnübergang
Nach Prüfung der vorhandenen Wegeführung, halten es die Beteiligten für dringend geboten, dass die Radwegeführung, die nach dem Fahrrad Gläser endet, bis zum Bahnübergang auf der vorhandenen Bankette fortgeführt werden muss. Dies sollte ohne großen Aufwand von Hessen Mobil verwirklicht werden können. Insbesondere dann, wenn man bedenkt, dass eine Umgehungsstraße, wenn sie denn überhaupt kommt, noch etliche Jahre bis zur Fertigstellung benötigen wird.
Hochwasserschutz
Die Vertreter der vorgenannten Fraktionen sind sich einig, dass die Thematik aktiver Hochwasserschutz nicht auf die lange Bank geschoben werden darf.
Die Fraktionsgemeinschaft von Bündnis 90/Die Grünen und FDP unterstützen von daher den Antrag der SPD-Fraktion im Haushaltsentwurf 2027 Gelder für konkrete Planungsschritte einzustellen. Dies sollte, trotz der schwierigen Haushaltslage, vorgenommen werden. Die Gemeindeverwaltung kann dies, unter Nutzung vorhandener Fördermittel von Bund und Land, kostengünstig für die Kommune angehen.
In einer Vorortbegehung am Laubusbach oberhalb von Oberbrechen und in Werschau (am Wörsbach) konnten keine topografischen Hindernisse hinsichtlich einer Realisierung festgestellt werden. Selbst der Tiefbrunnen Finkel, oberhalb des Laubusbaches, liegt so hoch, dass eine Rückhalteeinrichtung diesen nicht beeinträchtigen würde.
Auch oberhalb von Werschau (in Richtung Dauborn) wären Retentionsmaßnahmen ohne größeren Aufwand möglich.
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Stellvertretend für die Fraktionen
Fraktion GRÜNE/FDP Brechen
Balduin Eisenbach / 02.09.2026
SPD-Fraktion Brechen
Christof Schneider / 02.09.2026
Fotos: Hans Jürgen Schermuly






